Diese Präsentation ist ein Teil der Serie „Aktives Musikhören“ . Die verschiedenen Teile dieser Serie sind an keine Reihenfolge gebunden, ergänzen sich aber. Dieser Teil kann ohne Vorwissen verstanden werden. Allerdings ist er ziemlich umfangreich und sollte in Teilen gehört werden. Die Teile sind im Text gekennzeichnet. Das heutige Stück iat das Prelude Opus 32 Nr. 10 von Sergei Rachmaninoff.
Teil 1 Wir werden beobachten. Beobachtung heisst, sich nicht zu früh eine Meinung zu bilden und mehr wahrzunehmen als das, was offensichtlich ist. Wie ein Detektiv oder Reporter brauchen wir einen Spürsinn und können uns nicht einfach auf das verlassen, was die Leute so erzählen. Ein Detektiv weiss häufig zuerst, dass da etwas ist. Er weiss noch nicht was, aber da ist etwas. Dieses „da ist etwas“ nennen wir einen „Chunk“. Das ist ein englisches Wort, für das es auf Deutsch keine gute Übersetzung gibt. Chunks sind wie Kisten. Man kann kleine Kisten in mittlere Kisten packen und mittlere Kisten passen in große Kisten. Genauso passen in der Sprache mehrere Worte in einen Satz und mehrere Sätze in eine Strophe. Und genau so gehören unten in der Grafik mehrere Blöcke in einen kleinen Kreis und mehrere kleine Kreise in einen großen Kreis. Anders als in der Sprache, wo man genau weiss, wo ein Wort anfängt und aufhört, können Chunks in der Musik unscharfe, weiche Grenzen haben.

Chunks unterscheiden sich durch den Grad der Ähnlichkeit voneinander.
Sind sie gleich oder sehr ähnlich spricht man von Wiederholung.
Bei deutlich weniger Ähnlichkeit, aber einer spürbaren Verwandtschaft spricht man von Variationen. Starke Unterschiede bezeichnet man als Kontrast.

Ein Detektiv muss natürlich auch irgendwann sagen, was seiner Meinung nach passiert ist. Dazu brauch er Beweise und muss wie ein Reporter auch sagen, was, wann ,wo mit wem und wie passiert ist. Das ist Thema des nächsten Teils.

Erster Chunk

Zweiter Chunk

Dritter Chunk

Vierter Chunk. Die ersten vier Chunks bilden zusammen wieder einen größeren Chunk. Die ersten drei sind so ähnlich, dass sie eine Wiederholung sind. Der vierte Chunk ist ähnlich, aber doch mit deutlichen Unterschieden. Als Schema: aaab

Jetzt folgt ein zweiter großer Chunk, der aus 6 kleineren Chunks besteht. Das Schema lautet hier: aaab ab.

Hier besteht eine Ähnlichkeit zum ersten Chunk des Stücks. Allerdings ist er verkürzt. So, wie bei einme Wort, dessen lezte Buchstaben gestrichen wurden.

Die verkürzten Varainten verbinden sich und werden ein grosser Chunk.

Eine Variante des vorherigen Chunks.

Hier beginnt ein großer Chunk, der im Kontrast zu bisherigen Verlauf steht. Die Grenze dieses Chunks ist unscharf. Er wird allmählich vorbereitet. Neben der Überleitung besteht er aus vier weiteren, kleineren Chunks.

Hier ist der erste kleinere chunk zu Ende und geht direkt in den nächsten über.

Hier beginnt der dritte kleinere Chunk. Achten Sie auf Varianten.

Hier beginnt ein weiterer großer Chunk, der sich aus vielen kleinen Chunks zusammensetzt, die ständig variiert werden

Der folgenden Chunk ist eine Wiederholung des Anfangs. Allerdings fehlt im Vergleich zum Anfang hinten ein Teil.

Hier kommt ein Chunk, der aus zwei kleinen Chunks besteht, die Variationen sind. Erkennen Sie die Verwandschaft.

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Die blauen und roten Blöcke kann man anklicken, um die Stellen wieder zu finden, an denen ein neuer Text eingeblendet wird. Beeilen Sie sich nicht, einen Text zu lesen. Sie können die Wiedergabe jederzeit wie bei jedem anderen Mediaplayer unterbrechen. Hören Sie abwechselnd mit offenen und geschlossenen Augen, mal längere und mal kürzere Stücke. Wissen sie, wo Sie dran sind?